Samstag, 7. Juni 2014

Husch-Husch-Denkmal (Peter-Held-Denkmal) (2000)

Im Jahr vor der Jahrtausendwende entschied sich Horst Volmer, nachdem er zuvor das Hofeshaus Lütterkus-Heidt von 1590 und die Kornmühle in Unterbarmen restauriert und vor dem Verfall gerettet hatte, nun etwas Neues zu schaffen. Die Überlegungen, ein Denkmal für den Garten des Hofeshauses zu stiften, mündeten schließlich in der Idee ein Wuppertaler Original zu ehren: Peter Held, alias Husch-Husch. Horst Volmer hatte den von 1886-1953 in Wuppertal lebenden Peter Held noch selbst gesehen und ihm den Spottnamen Husch-Husch hinterhergerufen - wie es die Bengel oft taten, um den stadtbekannten Peter Held zu ärgern. Peter Held war ein Stadtstreicher und Hausierer, er verkaufte Kurzwaren wie Schnürsenkel, die er in einem großen Margarine-Karton transportierte und verdiente sich auch den ein oder anderen Groschen dadurch, dass er nicht ausfallend wurde. Wuppertaler Original oder Penner und Schandfleck - die Meinungen zu Peter Held sind und waren immer geteilt.
Husch-Husch im sommerlichen Dickicht eines Gartens im Barmer Süden.
Als Horst Volmer im Februar und März 1999 die Skulpturen des jungen Remscheider Künstlers Thomas Hundhausen im Allee-Center sah, sprach er ihn an und beauftragte ihn schließlich mit der Fertigung des Denkmals. Nach den Recherchen zu Husch-Husch erstellte Hundhausen zunächst ein Gipsmodell im Maßstab 1:1 im Oktober 1999 zur Abstimmung des Entwurfs, ein Tonmodell im Maßstab 1:10 half dann ab Dezember 1999 dem Bildhauer beim Anfertigen des Denkmals, das aus einem 2,7 Tonnen schweren Rohblock aus unterfränkischem Kalksandstein geschlagen wurde. Am 11. März wurde die fertige Skulptur, nun "nur" noch 1,4 Tonnen schwer, von einem Kran und vier Mann in den Garten des Hofeshauses gebracht. Am 24. März 2000 wurde das Privatdenkmal in Anwesenheit von zwei "Wuppertaler Originalen", Barmer Bezirksvertretern und dem Bezirksverein Heckinghausen eingeweiht. Seit dem 10. Mai 2014 steht ein bronzener "Kollege" mitten im Einkaufstrubel auf dem Werth, während der steinerne Husch-Husch die Idylle im Garten genießt. Welches Material und welcher Standort ihm wohl besser gefallen hätte?


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[1] Klaus-Günther Conrads, Nun hat auch Husch-Husch ein Denkmal, Wuppertaler Rundschau vom 5.4.2000.


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