Samstag, 15. Februar 2014

Brunnen zum 100jährigen Jubiläum des Nordstädter Bürgervereins

1993 wurde der Nordstädter Bürgerverein 100 Jahre alt und man entschied sich aus diesem Anlass dem Nordpark in Barmen eine Brunnenskulptur zu stiften, die ausdrücklich auch ein Platz zum Spielen sein sollte. 60.000 DM hatte der Verein dafür zur Verfügung gestellt und eine Jury eingesetzt, die den Siegerentwurf der Ausschreibung kürte. Einigermaßen kurios war die Einreichung des Wuppertaler Bildhauers Frank Breidenbruch, der sich per Fax beteiligte, da er zu dieser Zeit auf einer Studienreise in Asien befand. Trotzdem setzte sich seine Zeichnung gegen die teilweise mit Modellen ausgerüsteten anderen 20 Entwürfe durch. Zur Verwirklichung dieses Brunnens waren allerdings weitere Geldmittel notwendig, die von den Pfadfindern, dem Wichlinghauser Frauenchor, dem Barmer Sängerchor und den Wichlinghauser Liederfreunden gestiftet wurden. 

Am 18. Juni 1994 - exakt ein Jahr nach der Ankündigung der Stiftung - wurde der Brunnen dann vor dem Turmterrassen vom Vorsitzenden des Bürgervereins, Werner Zanner, in Anwesenheit zahlreicher Gäste und der Oberbürgermeisterin Ursula Kraus eingeweiht. Er solle zeigen, so Zanner, dass der Nordstädter Bürgerverein sich der Tradition des Vereins verpflichtet fühle und dass die Bürger bereit seien, sich für die Stadt einzusetzen.[1] Der 2,30 Meter hohe Brunnen besteht aus einem stehenden, oben unterbrochenen Steinring aus Basalt[2], in dem das Wasser zirkuliert und um den sich Marmor-Findlinge gruppieren, auf denen zahlreiche kleine Details zu entdecken sind. Wie Frank Breidenbruch erklärte, schließt das Wasser symbolisch den Lebenskreis.[3] Die schwierigen statistischen Berechnungen des Brunnens und die Konstruktion sorgten für die Steigerungen der Kosten[4] auf 100.000 DM.[5]

Die Technik, die unsichtbar ihren Dienst tut, wird im Nordpark-Echo wie folgt beschrieben: 
"Das Wasser wird unter Druck zu einer Düse am offenen Ende des Steinrings geführt. Wasserdruck und Position der Düse bewirken, daß das Wasser wieder in den Steinring gelenkt und dem Kreislauf zugeführt wird. Eine geringfügige Ablenkung beim Austritt des Wasserstrahls bewirkt die Wasserperlen beim Auftreffen auf den Stein. Dieser Effekt wird durch die Luftbewegung noch verstärkt und erzeugt das Bild des kleinen "Wasserfalls". Durch eine Umwälzpumpe wird das Wasser immer wieder dem Kreislauf zugeführt, frisches Wasser erhält der Brunnen nur, um Verdunstung auszugleichen."
Der Brunnen verfügt außerdem über eine Zeitschaltuhr, läuft also nicht 24 Stunden am Tag, trotzdem fallen mehrere tausend DM (und heute Euro) Unterhaltskosten im Jahr an.[6]

...........................................................................
[1] Werner Zanners Rede zur Einweihung, abgedruckt in: Norpark-Echo, 3/94, S. 10.
[2] Das Brunnenprojekt: Zwischenbericht, in: Norpark-Echo, 1/94, S. 10.
[3] Mit Augen und Ohren auf Entdeckungstour, in: Barmen - Ost aktuell, vom 13. Juli 1994.
[4] Kornelia Roßkothen, Der Nordpark hat einen neuen Mittelpunkt, in: WZ vom 20. Juni 1994.
[5] NBV stiftet Wasserspiel für Nordpark, in: Nordpark-Echo, 93, S.11.
[6] Ohne Technik geht es nicht, in: Norpark-Echo, 3/94, S. 20.


Vollbildanzeige

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen