Donnerstag, 7. November 2013

Spielende Finger

Die "Spielenden Finger" im Hof der ehemaligen Hauptschule Simonstr.
Am 15. Juli 1981 wurde auf dem Gutenbergplatz am Arrenberg eine weiße Marmorskulptur des Wuppertaler Bildhauers Hans-Jürgen Hiby von Oberbürgermeister Gottfried Gurland eingeweiht. Die Skulptur, die einen Wettbewerb zur Ausgestaltung von Stadtplätzen gewonnen hatte, ist zwei Meter hoch, drei Tonnen schwer und aus griechischem Marmor gefertigt. 44.000 DM bezahlte die Stadt dafür.[1]
Der weiße Skulptur auf dem Platz an der Schwebebahnstation Pestalozzistraße lud nicht nur wohlmeinende Besucher ein, sondern auch Sprayer und Farbschmierer. 1983 bot Hiby der Stadt an, die Skulptur kostenlos zu reinigen, d.h. abzuschleifen. Zur Bedingung machte er allerdings, dass die Skulptur an einen anderen Standort versetzt werde, was die Bezirksvertretung Elberfeld-West ablehnte. Im Sommer 2006 wurde die Skulptur von unbekannten Tätern großflächig orange eingefärbt.[2]

Die Stadt plante daraufhin die Reinigung der Skulptur per Sandstrahler, wogegen sich der Künstler verwahrte. Trotzdem hatte die Stadt eine Probesandstrahlung veranlasst, die Skulptur zwar reinigte, aber die Oberfläche des Marmors veränderte.[3] Auch eine Reinigung mit Trockeneis im Jahr 2009 hatte nicht den gewünschten Effekt, da die Farbe tief in den Marmor eingedrungen war.[4] Überlegungen, die Skulptur im Kreisverkehr an der Tannenbergstraße aufzustellen oder die Skulptur von Hiby zurückzukaufen, wurden nicht verwirklicht.[5]
2011 hatte der unwürdige Streit ein Ende. Hiby brachte die Skulptur wieder in den Ausgangszustand, wenn auch etwas dünner durch das Abschleifen und sie wurde in den schützenden Hof der ehemaligen Hauptschule an der Simonsstraße verbracht.[6]

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[1] RMK, S. 476.
[2] Manfred Görgens, Farbanschlag auf "Spielende Finger", in: WZ vom 23. Juni 2006.
[3] Manfred Görgens, Künstler-Ärger um Sand-Peeling, in: WZ vom 30. August 2006.
[4] Jan Filipzik, "Spielende Finger" nun fast wieder sauber, in: WZ vom 16. März 2009
[5] Manfred Görgens, Hiby-Kunst auf den Kreisel?, in: WZ vom 17. Dezember 2009.
[6] "Spielende Finger" haben neue Heimat, in: WZ vom 5. Juli 2011. 


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