Montag, 8. Oktober 2012

Elisenturm

Die Mühle auf der Hardt.
Reprod. eines Gemäldes, Stadtarchiv Wuppertal, Fotosammlung, 2.11.2
Die Geschichte des Elisenturms beginnt in den 1830er Jahren. Engelbert Eller hatte das Gelände der heutige Villa Eller im Botanischen Garten gekauft und dort seinen Sommersitz gebaut. Auf den Fundamenten[2] des ehemaligen Mühlenturms auf dem Gelände ließ er einem Aussichtsturm mit einer Sternwarte bauen. Im Jahr 1838 wurde er fertig gestellt und ist damit der früheste nachweisbare Aussichtsturm im Rheinland. 
Elisenhöhe auf der Hardt, Reproduktion eines Stichs von 1839.
Stadtarchiv Wuppertal, Fotosammlung, 2.11.2


Ende der 1840 Jahre stand der Turm dann der Bevölkerung als Aussichtsturm zur Verfügung.[1] Den Name "Elisenturm" wählte der Stadtrat Eller als Reverenz an die preußische Königin Elisabeth Ludovika (1801-1873) [2], eine bayrische Prinzessin, die 1823 Friedrich Wilhelm von Preußen heiratete, der am 7. Juni 1840 als IV. diesen Namens den preußischen Thron bestieg.
Die Villa Eller und der Elisenturm im Februar 2010 auf der Hardt. Heute ist das Ensemble Teil des Botanischen Gartens.
Der zylindrische Turm steht auf einem rundem Sockel mit einem Durchmesser von 17,2 Metern, der talseitig 1,9 Meter hoch ist. Der Turm selbst hat einen mittleren Durchmesser von 9,4 Metern. Er verfügt über eine Gliederung durch acht weiße Pilaster mit korinthischen Kapellen. 14,5 Meter über dem Sockel befindet sich die 5,65 Meter hohe verglaste Laterne, in der sich der Ausstieg auf die diesse umgebende Plattform befindet. Im ersten Obergeschoß befindet sich der Kuppelsaal mit kassertierter Kuppel, deren Scheitelhöhe sich 10,8 Meter über dem Sockel befindet. Er wird heute gerne für Hochzeiten genutzt. In seiner Gestaltung erinnert der Elisenturm an das Lysikratesmonument (siehe Bild in Wikipedia) in Athen oder auch an einen Leuchtturm, wie Baedeker in der Rheinreise 1846 schrieb.[1]
Der Elisenturm im April 2010.
Am Ende des 19.Jahrhunderts wurde der Turm dann von der Witwe Ellers dem Roten Kreuz überschrieben. 1907 kaufte die Stadt Elberfeld den Turm. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente er zeitweise als Wohnung, ab den 1950er Jahren dann wieder als Aussichtsturm und Sternwarte der Volkshochschule.[1] 1966 wurde der Turm einer Generalsanierung unterzogen, die Kosten betrugen 311.000 DM, wovon 40.000 DM aus Landesmitteln kamen. 1985 wurde die Putzhülle erneuert, 1998 geschah dies erneut und der Anstrich wurde in der heute vorliegenden Form durchgeführt.[3]
Eine Aufnahme vom August 2009.

Der Elisenturm hat keine regelmäßigen Öffnungszeiten.
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[1] Joachim Kleinmanns, Rheinische Aussichtstürme im 19. und 20.Jahrhundert, Meinerzhagen 1985, S.221.
[2] Harald Müller, Bernd Fischer, Die Hardt in Wuppertal, Geschichte und Bedeutung, Wuppertal 1989, S.9.
[3]  Auskunft Untere Denkmalbehörde der Stadt Wuppertal, Email vom 30.August 2012.

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