Samstag, 6. Oktober 2012

Bökelbrunnen (1920)

Das Viertel am Bökel auf einer colorierten Postkarte. (ergänzt am 24. Januar 2014)
Im Mai 1920 wurde der erste Bökelbrunnen aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Elberfelder Verschönerungsvereins (gegründet am 23. Mai 1870) gestiftet und eingeweiht. Die Schenkung wurde dem Oberbürgermeister Elberfelds per Brief am 4. August 1917 angekündigt und die Finanzkommission nahm diese am 11. August, die Stadtverordneten-Versammlung am 4. September 1917 an. Im Dezember 1918 wurde das Brunnenbecken aus Muschelkalk von der Firma Schilling in Kirchheim bei Würzburg fertiggestellt. Allerdings konnte es wegen der Umstände - der Erste Weltkrieg war verloren, die Revolution fegte die Monarchie hinweg - nicht verschickt werden. Auch die Beschaffung von Bronze für die Figur des Elberfelder Bildhauers Prof. Erich Cleff war schwierig. Außerdem wurde der Bildhauer krank, sodass im Mai 1920 zunächst nur die Brunnenschale am Bökel aufgestellt wurde. Der Bereich Bökel wurde durch den Zweiten Weltkrieg und den Umbau des Döppersbergs massiv verändert, sodass es heute keinerlei Spuren von diesem Armenviertel mit seinen Fachwerkhäusern mehr gibt. Heute befindet sich hier das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium und der Erweiterungsbau der Sparkasse.
Der Bökelbrunnen vor 1928.
Sammlung Historisches Zentrum 010/5/57
Die Knabenfigur, die in den Händen zwei kleine Vögel hält, folgte erst im Jahr 1922. Im April 1922 wurde das "Brunnenbuberl" beim Versuch, es vom Sockel zu reißen, beschädigt und im Mai 1922 instand gesetzt. Eine Zeitung berichtete, dass die Kinder des Viertels bereits eine Trauerfeier abgehalten hatten und einen Eichenkranz, ein silbernes Kreuz und eine Tafel mit der Inschrift "Zur Erinnerung an unser totes Männeken" am Brunnen niedergelegt hatten, da sie dachten, die Figur wäre für immer entfernt worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen mitsamt dem Viertel zerstört. 1961 wurde er erneut gestiftet und die Figur erneut von Erich Cleff gestaltet. 

...........................................................................
RMK, S.196.


Vollbildanzeige

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen