Sonntag, 21. Oktober 2012

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges der Gemeinde Nächstebreck-Schellenbeck

Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges
der ehemaligen Gemeinde Nächstebreck-Schellenbeck.
Am Volkstrauertag des Jahres 2010 (14.November) wurde auf dem evangelischen Friedhof Bracken das Kriegerdenkmal der Gemeinde Nächstebreck-Schellenbeck für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs eingeweiht. Aufgrund starken Regens fand die Einweihung in der Friedhofskapelle statt.[1] Es ist eines der wenigen Denkmäler, das für die Gefallenen des Krieges neu errichtet wurde. Angestoßen hatte die Errichtung Inge Kuhlmann, die bei einem Gespräch 2006 mit einem Mitglied des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Matthias Krebbers, auf den Tod ihres Vaters zu sprechen kam. Am 19.Mai 1943 war Oberfeldwebel Walter Kuhlmann, fünf Monate vor der Geburt seiner Tochter, in Russland gefallen. Diese erhielt später den Wehrpass ihres Vaters und mit diesem konnte sich Matthias Krebbers auf die Suche nach dem Grab von Walter Kuhlmann machen.

Am 15.Januar 2007 erhielt sie dann die Nachricht, dass ihr Vater auf dem Soldatenfriedhof in Antropschino, 25 Kilometer südlich von St. Petersburg bestattet worden war. Im Juli 2008 besuchte sie das Gelände des Soldatenfriedhofs, den bereits die deutschen Soldaten bei ihrem Rückzug dem Erdboden gleich gemacht hatten und der heute von Gärten und Häusern teilweise überbaut ist. Da eine Umbettung auf den Soldatenfriedhof Sologubowka geplant war, beschloss Inge Kuhlmann die sterblichen Überreste ihres Vaters nach Hause zu holen. Im Herbst 2009 [nicht 2008 wie im WZ-Artikel angegeben] erhielt sie die Erkennungsmarke ihres Vaters [2]

Am 17.Dezember 2009 konnte sie den Gebeinesarg in Rostock in Empfang nehmen und am 28.Dezember 2009 auf dem Friedhof Bracken neben seiner Frau und Inges Kuhlmann Mutter bestatten. Nach 66 Jahren war ihr Vater zurückgekehrt.[3] Ausführlichere Informationen über die Rückholung ihres Vaters finden sich in einem Interview mit Inga Kuhlmann durch Matthias Krebbers.
Eine der vier Stelen mit den Namen der Gefallenen.
Durch diese Erfahrung sensibilisiert, fand sie bei ihrer Arbeit im Gemeindebüro drei Büchlein, in denen der Pfarrer Dannert damals alle 111 Gefallenen verzeichnet hatte. Inge Kuhlmann hatte nun einen Ort zur Trauer, doch andere nicht. Sie entschloss sich, das zu ändern und warb mit Unterstützung des Bürgervereins Nächstebreck um Spenden für ein Kriegerdenkmal. Dafür holte sie auch die Erlaubnis des Friedhofsverbands und der Stadt ein und erreichte, dass der VDK die Pflege des Denkmals finanziert.[4]
25.000 Euro wurden gespendet. Der Schwelmer Bildhauer Walter Kessler schuf auf dem Platz um eine Buche vier Stelen, auf denen Name, Geburts- und Todesjahr der 117 Gefallenen verzeichnet sind. Um den Platz herum befinden sich einzelne Grabstellen von Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg, aber auch eines aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwei der Stellen tragen ein schlichtes Eisernes Kreuz, auf den beiden anderen steht die Inschrift: (Ein Zitat von Adorno)

 





"Wenn
du nicht
weisst, was
gewesen ist"



 
"kannst
du nicht
wissen, was
werden kann."
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[1] Manfred Görgens, Ein Ort der Trauer um die Kriegstoten, in: WZ vom 16.November 2010.
[2] Julia Klinkusch, Heimkehr im Sarg – nach 66 Jahren, in: WZ-online vom 13.November 2009
[3] Julia Klinkusch, Nach langer Reise heimgekehrt, in: WZ-online vom 28.Dezember 2009
[4] Julia Klinkusch, Die Erinnerung aufrecht halten, in: WZ-online vom 8. Mai 2010.

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