Mittwoch, 1. August 2012

Pater Victor Dillard-Gedenktafel an der Kirche St. Konrad

Nachdem bereits seit Januar 2002 eine kleine Gedenktafel im St. Josef-Krankenhaus an Pater Victor Dillard erinnert, folgte im August 2005 eine weitere an der Kirche St. Konrad auf Hatzfeld. Im Rahmen des katholischen Weltjugendtages in Köln wurde am 19.August 2005 vor einem Kreuzweg die Gedenktafel für Pater Victor Dillard eingeweiht.[1] Zur Einweihung kam auch der Bischof von Dillards Heimatstadt Blois.[2]
Rechts neben dem Eingang von St.Konrad befindet sich die bronzene Gedenktafel.
Victor Dillard wurde am 24.Dezember 1897 in Blois (Département Loir-et-Cher) geboren. Im Alter von 12 Jahren besuchte er die Schule Notre-Dame des Aydes in Blois. Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Soldat diente, trat er 1920 den Jesuiten bei. Studien zur den Wirtschaftswissenschaften führten den jungen Jesuiten nach Großbritannien, Österreich und Deutschland. Im Jahr 1931 zelebrierte er seine erste Messe in der Kapelle des Internats und Gymnasiums Notre-Dame des Aydes und arbeitete anschließend als Geistlicher in einem Haus des Ordens, wo er auch Studenten betreute. Außerdem betrieb er weiter seine Studien und traf im Weißen Haus in Washington den amerikanischen Präsidenten Roosevelt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er wieder Soldat in der französischen Armee, wurde gefangen genommen und konnte fliehen.[3] Danach entschloss er sich angesichts des Aufrufs französischer Bischöfe zur Auslandsseelsorge[4], um damit seinen zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppten Landsleuten zu helfen. Er nahm als Elektriker getarnt im Oktober 1943 [4] einen Job bei der Wuppertaler Dampfkessel- und Apparatebaufabrik Siller & Jamart auf Hatzfeld[5] an. Hier führte auch der Kreuzweg am 19.August 2005 vorbei. Neben seiner Arbeit dort kommunizierte er mit französischen Kriegsgefangenen und feierte Gottesdienste, unter anderem in der Kapelle des Krankenhauses St.Josef.[6] Im April 1944 [4] wurde er verraten und kam ins Polizeigefängnis Bendahl, wo er unter anderem mit Maria Husemann und Hans Carls in Kontakt kam. Am 12.November 1944 wurde er ins KZ Dachau gebracht, wo er am 12 Januar 1945 an einer Krankheit in Folge der Lagerbedingungen starb.[7]

Die am 19.August 2005 eingeweihte Gedenktafel aus Bronze wurde von der Lindlarer Bildhauerin Christiane Tyrell geschaffen, der Kontakt zum Auftraggeber Pfarrer Stein von St. Konrad (Pfarrverband Barmen-Nordost) kam über Pfarrer Uedelhoven zustande.
Die Gedenktafel für Victor Dillard.
Die Bronzetafel zeigt ein Relief des Paters, welches fast dreidimensional ausfällt. An der rechten Seite der ca. 45 cm hohen Tafel sind vier Symbole zu sehen. Die feingliedrige Pflanze symbolisiert die "geistige Beweglichkeit" Dillards, der Kelch steht für die leidenschaftliche Ausübung des Priesteramtes, die Lüsterklemme für seine Arbeit als Elektriker auf Hatzfeld und das Kreuz für den Tod in Dachau.[8]
Unter dem Relief finden sich schlicht der Name "Père Victor Dillard" und die Lebensdaten "* 24.12.1897 Blois + 12.1.1945 Dachau".
Am 12.Januar 2006, dem 61.Todestag Dillards, wurde an der Schule Notre-Dame des Aydes ein Duplikat der Gedenktafel eingeweiht.
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[1] Ankündigung in der WZ vom 19.08.2012.
[3] Biografischer Eintrag zu Victor Dillard auf www.exilarchiv.de (abgerufen am 12.06.2012)
[5] Kornelia Roßkothen, Warnung auf dem Hof kam zu spät, in: WZ, Datum unklar, Foto des Artikels auf http://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/img/pater-dillard (abgerufen am 12.06.2012)
[6] Gedenken an Pater Dillard, in: WZ vom 15.Januar 2002.
[8] Auskunft Christiane Tyrell, Email vom 16.Juli 2012.

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