Donnerstag, 26. Juli 2012

Pater Victor Dillard-Gedenktafel im St.Josef-Krankenhaus

Am 12.Januar 2002, dem 57.Todestag Victor Dillards, wurde an der Wand zur Hauskapelle im Krankenhaus St.Josef in Elberfeld eine kleine, einfache Gedenktafel für den Jesuiten-Pater Victor Dillard in Anwesenheit von Werner Zimmermann, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates St.Antonius, dem Barmer Dechant Günter Stein, Herbert Ottersbach und Schwester Oberin Hildegarde (sic!) angebracht.[1]

Victor Dillard wurde am 24.Dezember 1897 in Blois (Département Loir-et-Cher) geboren. Im Alter von 12 Jahren besuchte er die Schule Notre-Dame des Aydes in Blois. Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Soldat diente, trat er 1920 den Jesuiten bei. Studien zur den Wirtschaftswissenschaften führten den jungen Jesuiten nach Großbritannien, Österreich und Deutschland. Im Jahr 1931 zelebrierte er seine erste Messe in der Kapelle des Internats und Gymnasiums Notre-Dame des Aydes und arbeitete anschließend als Geistlicher in einem Haus des Ordens, wo er auch Studenten betreute. Außerdem betrieb er weiter seine Studien und traf im Weißen Haus in Washington den amerikanischen Präsidenten Roosevelt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er wieder Soldat in der französischen Armee, wurde gefangen genommen und konnte fliehen.[3] Danach entschloss er sich angesichts des Aufrufs französischer Bischöfe zur Auslandsseelsorge (siehe Text der Gedenktafel), um damit seinen zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppten Landsleuten zu helfen. Er nahm als Elektriker getarnt im Oktober 1943 (siehe Text der Gedenktafel) einen Job bei der Wuppertaler Dampfkessel- und Apparatebaufabrik Siller & Jamart auf Hatzfeld[2] an. Neben seiner Arbeit dort kommunizierte er mit französischen Kriegsgefangenen und feierte Gottesdienste, unter anderem in der Kapelle des Krankenhauses St.Josef.[1] Im April 1944 (siehe Text der Gedenktafel) wurde er verraten und kam ins Polizeigefängnis Bendahl, wo er unter anderem mit Maria Husemann und Hans Carls in Kontakt kam. Am 12.November 1944 wurde er ins KZ Dachau gebracht, wo er am 12 Januar 1945 an einer Krankheit in Folge der Lagerbedingungen starb.[4]

Die Gedenktafel für Pater Victor Dillard.
Die Gedenktafel im einfachen Bilderrahmen zeigt eine Fotografie des Priesters und einen längeren Text, der erklärt:
"In dieser Kapelle feierte
Pater Victor Dillard
am 10.Oktober  1943
seine erste heilige Messe in Wuppertal.

Geboren wurde er am 24.Dezember 1897 in Blois.
1920 trat er in den Jesuitenorden ein
und wurde 1931 zum Priester geweiht.
Sein besonderes Interesse galt der Jugendarbeit
sowie der sozialen Fragen.
Zahlreiche Reisen boten ihm die Möglichkeit,
andere Länder kennenzulernen.
Während des 2.Weltkrieges nahm er den Aufruf der
französischen Bischöfe zur Auslandsseelsorge an.
Er verschaffte sich gefälschte Papiere und ging
als "Elektriker" nach Wuppertal.
So konnte er den französischen Fremdarbeitern nahe sein.
Neben seiner Tätigkeit als Elektriker betreute er seine Landsleute und
feierte mit ihnen in dieser Krankenhauskapelle und
in anderen Kirchen des Bergischen Landes Gottesdienste.
Einige Wochen wohnte er hier im St. - Josephs - Hospital.
Im April 1944 wurde er denunziert und kam ins
Gestapo-Gefängnis Bendahl.
Die Borromäerinnen des "Kapellchen" sorgten auch dort
- so gut es möglich war - für ihn.
Am 12.November 1944 wurde Pater Dillard - schon zermürbt von der
monatelangen Haft - ins Konzentrationslager Dachau eingewiesen.
Dort ist er am 12.Januar 1945 gestorben.
Sein Leichnam wurde unter der Häftlingsnummer 134064 im
Krematorium verbrannt."

Im August 2005 wurde an der Kirche St.Konrad sowie im Januar 2006 an der Schule Notre-Dame des Aydes in Blois im Rahmen des katholischen Weltjugendtages eine weitere Gedenktafel für Pére Dillard angebracht.

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[1] Gedenken an Pater Dillard, in: WZ vom 15.Januar 2002.
[2] Kornelia Roßkothen, Warnung auf dem Hof kam zu spät, in: WZ, Datum unklar, Foto des Artikels auf http://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/img/pater-dillard (abgerufen am 12.06.2012)
[3] Biografischer Eintrag zu Victor Dillard auf www.exilarchiv.de (abgerufen am 12.06.2012)
[4] Eintrag zu Victor Dillard auf: http://kab-barmen.npage.de/pater-dillard.html (abgerufen am 12.06.2012)

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