Freitag, 17. Februar 2012

Otto-Jäger-Denkmal

Am 11.Oktober 1893 enthüllte der Barmer Verschönerungsverein in den Anlagen der Kaiser-Friedrich-Höhe feierlich das vom Verein gestiftete Otto-Jäger-Denkmal. Die "Spitzen der städtischen Behörden", einige Stadtverordnete und zahlreiche Bürger Unterbarmens waren zugegen. Die Unterbarmer Liedertafel und ein Chor des Fischertaler Waisenhauses waren ebenfalls an der Gestaltung der Feierlichkeiten beteiligt. 
Otto Jäger war Mitinhaber der Barmer Farbenfabrik Carl Jäger, Provinziallandtags-Abgeordneter, Mitglied der Handelskammer seit ihrer Einrichtung 1871, Direktionsmitglied der Barmer Baugesellschaft für Arbeiterwohnungen seit deren Gründung 1872 und Mitglied des Barmer Bankvereins. Außerdem förderte er die "Anstalt für verlassene Kinder", sowie Kunst und Wissenschaft. Von 1880 bis zu seinem Tod am 23.August 1892 war er stellvertretender Vorsitzender des Barmer Verschönerungsvereins.[1] Im August 1890 wurde er Vorsitzender im Komitee zur Verschönerung der Unterbarmer Anlagen. Unter seiner Führung legte man Wege an und gestaltete die Kaiser-Friedrich-Höhe (südlich der Unterbarmer Friedhofs).[2]
Fotografie des Otto-Jäger-Denkmals auf der Kaiser-Friedrich-Höhe, entnommen aus:
Deutsches Geschlechterbuch, Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien, herausgegeben
von Bernhard Körner, Bd.35, zugleich Bergisches Geschlechterbuch, herausgegeben
von Bernhard Körner, Bd.2, Görlitz 1922, vor S.65.
Am Tag der Einweihung des Denkmals gedachte der Vorsitzende des Denkmal-Komitees, Heinrich Eisenlohr, für den 1900 unweit dieses Denkmals ein eigenes Denkmal errichtet wurde, dem edlen Charakter, der Liebenswürdigkeit, der unermüdlichen Tätigkeit und der Verdienste des Verstorbenes für die Stadt und das Gemeinwohl.[3]
Die Büste aus weißem Marmor, die heute verloren ist, wurde vom Bildhauer Paul Disselhoff für 1.500 Mark geschaffen, die Säule schuf der Steinmetz Friedrich Backhaus für 1.300 Mark. Insgesamt hatte die Witwe Jägers 5.000 Mark zum Andenken an den Verstorbenen gestiftet, die verbliebenen Mittel wurde für die Erhaltung der Kaiser-Friedrich-Höhe verwendet.[4]
Das Otto-Jäger-Denkmal heute.
 
Die Inschrift der Säule lautet:
"Unserm
verdienten
Mitbürger
Otto Jäger
     - -
geb.6.Juni 1827
gest.23.Aug.1892"
Nach dem 1957/58 noch Überlegungen bestanden, aus Eisenlohr- und Jäger-Denkmal eine gemeinsame Gedenkstätte zu machen, wurde das Denkmal 1964 entfernt und auf dem Barmer Ehrenfriedhof untergestellt.[5] 1991 löste das Garten und Forstamt diese Unterkunft auf und das Denkmal kam in das Lager Nordpark. Aus Platzgründen wurde das Denkmal auf der Wiese nahe der Turmterrassen aufgestellt und fiel dort Bürgern und der Wuppertaler Rundschau auf.[6] Zunächst rätselte man, wer denn dieser Otto Jäger war und wo das Denkmal einst stand. Die Fragen konnten nach dem Aufruf der Rundschau beantwortet werden.[7] Im Dezember 1991 entschloss man sich, dass Denkmal wieder aufzustellen.[8] Die Büste, die sich bereits vor 1953 in der Obhut der Gärtnerei des BVV befand, nachdem sie vom Sockel gestürzt worden war, ging verloren.[9]
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[1] RMK, S.77 f. 
[2] Eintrag Otto Jäger auf barmen2008.de (abgerufen am 30.01.2012)
[3] RMK, S.77 f.. 
[4] Eintrag Otto Jäger auf barmen2008.de (abgerufen am 30.01.2012)
[5] RMK, S.77 f..
[6] Wuppertaler Rundschau, Ausgabe Ost vom 2.Oktober 1991.
[7] Wuppertaler Rundschau, Ausgabe Ost vom 17.Oktober 1991.
[8] WZ vom 19.Dezember 1991.
[9] RMK, S.78.


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1 Kommentar:

  1. Wen man so liest was die Industriele mit ihren Freien Zeit und Geld für anderen geleistet haben , und was heute die Industrelen leisten . Es ist nicht zu glauben wie sehr sich die Geselschaft verändert hat

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