Dienstag, 12. April 2011

Gedenktafel für die Opfer des Schwebebahnunfalls in der Station Robert-Daum-Platz

Am 12.April 1999 -heute vor 12 Jahren- ereignete sich schwerste Unglück in 111 Jahren Schwebebahnbetrieb.

Es ist der Morgen des 12.April 1999. Es ist ein Montag nach einem Schwebebahn-Umbau-Wochenende. Seit 1997 wird das 100 Jahre alte Gerüst erneuert, Schritt für Schritt, an den Wochenenden und in den Ferien. So auch an diesem Wochenende in der Nähe des Robert-Daum-Platzes. Die Arbeiter sind spät dran, erst 10 Minuten vor Betriebsbeginn ist die Baustelle geräumt. In Vohwinkel schwebt Gtw 4 aus der Halle in den damals noch nicht erneuerten Bahnhof. Es ist kurz nach halb sechs. Die Bahn pendelt leicht, ruckartig schließen die Türen und mit einem deutlich vernehmbaren metallenen Geräusch rastet die Verriegelung ein. Über den Köpfen der Fahrgäste surrt es, dann rattert die Schwebebahn die Kaiserstraße hinunter, vorbei an den Stationen Bruch, Hammerstein und Sonnborner Str. Am Stadion am Zoo schwebt sie über die Wupper und fährt zügig, wie jeden Morgen, Richtung Oberbarmen. Als Gtw 4 die Station Pestalozzi Str. verlässt, hat er 52 Menschen an Bord. Der Fahrer beschleunigt den Wagen aus der ab 1972 angeschafften Baureihe auf 50 km/h. Kurz vor der Station Robert-Daum-Platz passiert das bis daher Undenkbare:
Gtw 4 prallt mit dem ersten Fahrgestell auf eine vergessene Kralle, die während der Austauscharbeiten das Gerüst stabilisieren sollte. Das Fahrgestell reißt ab und der aus seinem Gleichgewicht gebracht Gtw stürzt zehn Meter tief in die niedrigwasserführende Wupper Dabei prallt der vordere Teil auf ein Fernwärmerohr der Stadtwerke. Dann durchschlägt das abgerissene Fahrgestell den Fahrgastraum.
Es ist 5:45 Uhr. Gtw 4 wird seine Fahrt nicht beenden und nie wieder durch das Tal schweben.
Ein Mann, der in einem angrenzenden Hochhaus wohnt, ruft die Polizei an. „Die Schwebebahn ist abgestürzt“. Der Polizist in der Leitstelle lacht. Unmöglich! Mitarbeiter der Firma Elba klettern in die Wupper und helfen den geschockten, verletzten Menschen aus der Bahn. Der Fahrer, selber verletzt, hilft mit die verletzten Menschen zu befreien. Die ersten Rettungskräfte treffen ein, erst fassungslos, dann fieberhaft helfend. Der Zugang ist schwierig, die Rettungsarbeiten mühselig. In den Kliniken werden alle Operationen verschoben, Rettungswagen um Rettungswagen eilt zum Unglücksort, drei Rettungshubschrauber treffen ein. Dann ist klar: zum ersten Mal in 100 Jahren fordert eine Schwebebahnfahrt Todesopfer. Zwei Männer werden tot geborgen, die Leiche eine Frau von der Wupper fortgespült und später gefunden. Zwei Menschen erliegen ihren schweren Verletzungen. 5 Tote, 47 Verletzte und eine ganze Stadt steht unter Schock. Ein Mythos ist abgestürzt. Das sicherste Verkehrsmittel der Welt hat einen unschönen Fleck in seiner Vita bekommen.
Nach der Bergung beginnen die Ermittlungen. Gtw 4 wird zum Beweisstück, ein Teil des Gerüsts wird entfernt und sichergestellt. Am 31.Mai beginnen die Reparatur arbeiten, am 8.Juni 1999 passieren die ersten Gtws wieder im Fahrgastbetrieb die Unglücksstelle.
Zwei Bilder des Unglücksortes finden sich hier, ein Artikel vom Tagesspiegel vom betreffenden Tag hier und die Erinnerungen eines Augenzeugen an den Tag hier.

Ein Jahr später weihten OB Dr.Hans Kremendahl und der Vorstandsvorsitzende der Wuppertaler Stadtwerke AG, Dr. Rolf Krumsiek eine Gedenktafel ein, die in der Station Robert-Daum-Platz angebracht wurde.

Eine Schwebebahn erreicht die Station Robert-Daum-Platz. Im Vordergrund die Gedenktafel, im Hintergrund die Fernwärmeleitung, der Ort des Unglücks.

Gedenktafel (2000) für die Opfer des Schwebebahnunglücks


Die Inschrift lautet:
"Zum Gedenken an die Opfer des Schwebebahnunglücks

vom 12.April 1999

Unweit dieser Stelle ereignete sich des folgenschwerste
Unglück in der Geschichte der Wuppertaler Schwebebahn.
Nach Beendigung von Gerüstarbeiten stürzte am frühen Morgen
ein Zug in die Wupper.

Fünf Fahrgäste verloren ihr Leben. 47 Personen wurden verletzt.

Wuppertaler Stadtwerke AG."

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1 Kommentar:

  1. es ist zutiefst bedauerlich, dass es zu so einem Unglück kommen konnte.
    Mein Beileid an alle Opfer und Angehörige

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