Samstag, 12. Juni 2010

Brücken im Tal: Problemfall Denkmal

Wuppertal ist eine brückenreiche Stadt. Allein die 13,3km lange Schwebebahn ist eine einzige Brücke, die Gerüstteile zwischen den Stützen, an denen die Schiene befestigt ist, heißen "Brücke". Brücken prägen das Sonnborner Kreuz, Brücken prägen den Verlauf der A 46, Brücken prägen den Verlauf der Rheinischen Strecke, besser bekannt als Wuppertaler Nordbahn. 45 Brücken finden sich allein (wenn ich richtig gezäht habe) unter der Schwebebahn und viele davon gehören zu den alten grünen Stahlbrücken mit Fachwerk. Vor allem an den alten Brücken nagt der Zahn der Zeit, doch auch die jüngeren machen Sorgen. Die Sanierung der Brücke an der Ohligsmühle (B7) hat im Winter länger gedauert und wurde teurer als erwartet, weil der Beton mehr Schäden als erwartet aufwies. Die Brücke Südstr., über die Eisenbahn, war zeitweilig immer wieder teilgesperrt und wurde mit Geschwindigkeitsbegrenzungen für den LKW-Verkehr versehen. Im April wurde die sanierte Kohlfurther Brücke eingeweiht, doch andere Brücken sind seit längerem nur noch beschränkt nutzbar. Die Werther Brücke beispielsweise oder auch die alte Brücke vor der Station Zoo/Stadion. 
Die Brücken dieser topographisch anspruchsvollen Stadt gehören zum Stadtbild, sie prägen es. Doch in Zeiten, in denen die Stadt ihre Einnahmen hauptsächlich für Sozialleistungen ausgeben muss, bleibt wenig Geld übrig für die Infrastruktur. Wie bei der Brücke Kabelstr. nahe des Heizkraftwerks Westende.
Brücke Kabelstr.
Der Zahn der Zeit nagt.
Eine offene Wunde
Zeichen des Verfalls
Auch das Geländer leidet, während Gtw 28 auf die Brücke zuschwebt.
Über die Deutsche Bahn AG und ihre Unterlassungen bei der Müngstener Brücke wird viel und gerne geschimpft, doch auch die Brücken der Stadt lohnen eine kritische Beobachtung.

Kommentare:

  1. Das sieht nicht gut aus, wobei das dritte Foto künstlerische klasse hat.

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  2. Tja, was den Künstler freut, ärgert den Einwohner. Ein Widerstreit in meinem Herzen ;)

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  3. Stimmt. Hoffen wir mal, dass man in zehn Jahren keine Tschernobyl Stimmung hier aufkommt.

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  4. Ich bin nur traurig für unseren Förderverein IG Adlerbrücke - man möchte gerne retten aber keiner macht mit. www.adlerbruecke-wuppertal.de

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