Dienstag, 4. Mai 2010

Eine erschreckende Zahl

"Erschreckende Zahlen" "geistern" immer wieder durch die Medienwelt, durch Bücher und tauchen auch im Sprachgebrauch auf. Dabei sind es oft Zahlen mit vielen Nullen, hohe Prozentzahlen und und und. Doch viele Zahlen kann man zwar aufnehmen, doch wirklich verstehen kann man sie nicht.
Denn man kann nicht ermessen, wieviel Leid hinter Ihnen steht. Die Zahlen sind so gewaltig, dass sie einen "erschrecken" und vielleicht beeindrucken, doch fassbar werden sie nicht. Im Ersten Weltkrieg setzte Deutschland 13 Millionen Soldaten ein, zwei Millionen fielen. Eine erschreckende Zahl. Doch was sind zwei Millionen? 15 Prozent. Einige Wuppertaler Sportvereine verloren ganze Mannschaften. Wenn man sich die Menge der gefallenen Schüler der Wuppertaler Schulen anguckt, sind das ganze Klassen junger Männer. Dennoch bleibt: Zahlen sind Zahlen. Statistiken. Keine Schicksale. Doch manchmal gibt es Zahlen, die einen aus dem Stand beeindrucken. Ja, erschrecken.

1/5 der Haushalte der Weimarer Republik wurde für die Versorgung der Invaliden ausgegeben. Dazu kamen noch Witwen und Waisenrenten. Kein Wunder, dass der Erste Weltkrieg so präsent war, wie es die 66 88 Kriegerdenkmäler in Wuppertal zeigen.

Kann man sich das heute überhaupt noch vorstellen? Verstehen?
1/5 des Haushalts. Für "Kriegskrüppel".

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