Mittwoch, 5. Mai 2010

"Die Schatten von Bitburg", Kriegsgedenken 1985

"Auf Kohls Rat hören wir nicht wieder
Das deutsch-amerikanische Trauerspiel um das Gedenken an den 8. Mai 1945
[...]
Schon vor zehn Jahren war die weise Selbsterkenntnis des vierten Präsidenten der Bundesrepublik eher Wunschdenken als Wirklichkeit. Dann, zum 40. Jahrestag des Alliierten-Sieges vom 8. Mai 1945, wurde der wohlfeile Selbstbetrug offenbar, mit dem die Deutschen sich so schnell nach der Niederlage aus ihrer unheilvollen Vergangenheit weg und an die Seite ihrer neuen Alliierten gestohlen hatten. Ein unweiser Kanzler, der sich Friedensgelöbnisse nur auf Soldatenfriedhöfen vorstellen kann, und ein täppischer Präsident, der sich ohne Spickzettel offenbar überhaupt nichts mehr vorstellen kann, haben geschafft, was Amerikaner und Deutsche sich in 30 Bündnisjahren nicht hatten träumen lassen: Statt gemeinsam des Sieges und der Befreiung vor 40 Jahren zu gedenken, liegen die Partner dies- und jenseits des Atlantiks im Streit.[...]"


Quelle: Spiegel 18/1985
So beginnt ein Artikel des Spiegel, aus dem April 1985. Er zeigt auf, wie mit Kriegsgedenken Politik gemacht wird. Das kann versöhnen, wie Kohl und Mitterand in Verdun, das kann aber auch spalten, wie Kohl und Reagan. Durch Zufall stieß bei Lesen eines aktuellen Spiegel-Artikels auf den Link zur Ausgabe 18/1985. Die Artikel zur Titelgeschichte geben einen interessanten Einblick in das politische Geschehen Deutschlands, dem Vergangenheitsverständnis und dem Umgang mit Kriegsgedenken.
Weitere Artikel der Titelgeschichte (und der Ausgabe) finden sich im Inhaltsverzeichnis.

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